Freitag, 25. Oktober 2013

Ich kann nicht klagen...

Im Umgang von Menschen miteinander gibt es verschiedene Standard-Floskeln. Neben den Grüßen zu den verschiede- nen Tageszeiten, gehört dazu die Frage: Wie geht's? Die Standardantwort darauf ist kurz und knapp: Gut! Oder, etwas ausführlicher z. B.: Ich kann nicht klagen! 

Das soll dann heißen dass in allen Lebensbereichen alles zufrieden stellend verläuft, man also keinen Grund hat irgend etwas zu beklagen. Damit muss es aber auch gut sein, denn meistens ist die Frage eben nur eine Floskel, und der Fra- gesteller wird ziemlich verblüfft oder sogar geschockt sein wenn er als Antwort darauf eine lange Liste von Leiden und Wehwehchen vorgesetzt bekommt. 

Das ist also der eigentliche Sinn der Redewendung: Ich kann nicht klagen! Allerdings kann man diesen Satz auch an- ders auslegen, und gerade mit meinem Wiedereinstieg im Arbeitsleben, nach der langen krankheitsbedingten Auszeit, wurde diese Auslegung bei mir wieder ziemlich aktuell. 

Ich kann nicht klagen ist nämlich ein großes Problem bei mir. Ich kann es nämlich wirklich nicht. Meine Eltern haben mich nach dem Motto und in dem Sinne "Indianer kennen keinen Schmerz" oder "Jungens heulen nicht" erzogen. Und ich bin total ungeübt und unfähig darin meine Leiden an die große Glocke zu hängen.

Es gibt Leute die das sehr gut können, auch das kleinste Wehwehchen wird laut heraus getönt und mit entsprechender Mimik dramatisch unterstützt. Ein kleines Völlegefühl nach einer opulenten Mahlzeit, oder eine andere Befindlichkeits- störung, wird so beklagt dass besorgte Mitmenschen schon mal die Nummer des Notarztes hervor holen, und den ar- men Leidenden mit größter Rücksichtnahme behandeln.

Andere, und dazu gehöre leider auch ich, können das gar nicht. Selbst die größten Schmerzen lassen sie sich nicht ansehen, und versehen still vor sich hin leidend ihren normalen Dienst. Mit Rücksichtnahme können sie nicht rechnen, denn woher sollen die anderen wissen wie sehr ihr Mitmensch leidet? Und selbst wenn sie es mal gesagt bekommen haben vergessen sie es schnell, wenn sie nicht durch entsprechendes Klagen immer wieder daran erinnert werden.

Mir geht es zwar nicht wirklich schlecht, bin aber längst noch nicht so fit dass ich meinen Dienst so wie zuvor erledigen kann. Und bei bestimmten Tätigkeiten habe ich auch noch Schmerzen, in den Operationswunden, aber auch im ganzen Körper, der sich auch erst wieder an die Arbeit gewöhnen muss. Zwar wurde mir am ersten Tag Schonung zugesichert, aber so etwas ist im hektischen Arbeitsalltag schnell vergessen, wenn man eben nicht immer wieder daran erinnert.

Und so etwas kann man eben, oder man kann es nicht. Es muss fest in der Natur des Menschen verankert sein damit man es wirkungsvoll und ausdauernd betreiben kann. Bei mir ist da nichts verankert. Ich versuche es zwar ab und zu, aber ich muss selbst einsehen dass das ziemlich stümperhaft "rüber kommt"! Meine Stimme klingt dabei eher unsicher als wehleidig, von der entsprechenden Mimik erst gar nicht zu sprechen. Es ist einfach so: Ich kann  nicht klagen!

Und so muss ich eben damit leben dass ich immer weiter in den normalen Arbeitsalltag hinein rutsche, das ich ganz selbstverständlich auch Arbeiten zugewiesen bekomme, die mir noch sehr schwer fallen. Und die ich dann halt irgend- wie doch ausführe. Bis ich dann wirklich nicht mehr kann. Und mich dann, zum Erstaunen meiner Kollegen und Vorge- setzten vorübergehend aus dem Arbeitsleben ausklinken muss. So wie gerade jetzt.

Nun kommt aber zu dem Dilemma noch hinzu, dass es so einem  Ausstieg an Glaubwürdigkeit mangelt. Wenn jemand der zuvor heftig geklagt und gejammert hat plötzlich nicht mehr kommt ist das ganz normal. Jeder hat schon damit ge- rechnet. Aber wenn plötzlich jemand fehlt der bis zur letzten Arbeitsminute keinen leidenden Ton von sich gegeben hat, gibt das schon Anlass zum Nachdenken, zum Diskutieren und zu Verdächtigungen. 

Es ist schon schlimm wenn man es nicht kann, das Klagen! Es nachträglich zu lernen ist sehr schwer, denn man muss dabei gegen die eigene Persönlichkeit ankämpfen. Aber da es vieles leichter macht sollte man es wenigstens versu- chen. Ich übe gerade jeden Schmerz der mich heimsucht mit einem entsprechenden Geräusch (Stöhnen, ein kurzer Schrei) zu begleiten. Wenn ich darin erst gut bin wird die entsprechende Mimik mit Hilfe eines Taschenspiegels geübt. Ich werde jedenfalls nicht aufgeben, und irgendwann werde ich meine Leiden genau wie z. B. einige meiner Arbeits- kollegen für alle erkenntlich wirkungsvoll publizieren können.

Kommentare:

  1. Hallo Hans,

    da du nicht klagen kannst, gehe doch zu einem Anwalt, der kann das für dich übernehmen.


    LG LG

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    1. Danke für deinen Tipp, aber so ein Anwalt will sicher einiges an Geld dafür. Ich habe gelesen das man irgendwo z. B. zu Beerdigungen Klageweiber mieten kann. Die sind sicher preiswerter und bestimmt auch viel effektiver! ;-)

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    2. Hallo Hans,
      Die günstigsten Klageweiber hat man wohl bei den Grünen oder den Linken. Manche von denen machen das auch regelmäßig für umsonst ;). Aus Hobby wird das in Italien gemacht. ( Manche glauben, die wollen zur Belohnung an den Kuchentisch. Bei denen mußt du aber Backtechnisch mehr Leistung zeigen. "Watt nur ein Stück für jede..?" :)

      LG BG

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    3. Da passt es ja ganz gut, dass meine Frau mir gerade heute zwei zusätzliche Rührschüsseln vom Einkaufen mitgebracht hat, damit ich backtechnisch zur Massenproduktion übergehen kann.

      Damit kann ich bestimmt so einige Klageweiber zufrieden stellen! ;-)

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  2. Guten Abend Hans

    Erst dachte ich, dass dein Titel eher lustig wirkt, und ich hatte schon etwas passendes dazu parat.

    Ich habe dann gelesen und finde es gar nicht mehr komisch.
    Ich bin sehr traurig.
    Wir gehören ziemlich in die gleiche Generation, meine Erziehung war ähnlich.
    Ich habe als Aspie noch ganz andere Wa(h)rnehmungen, aber die sollen hier nicht erklärt werden.

    Dir fehlt ein Wort. Das heißt NEIN -
    ich habe es groß geschrieben, nicht weil ich dich anschreien möchte,
    aber schreien möchte ich schon.
    Da ich auch noch berufstätig bin, weiß ich wohl,
    dass Jüngere sich eher krank melden und stöhnen.
    Bei jedem Schnupfen haben sie Grippe, fehlen ständig.
    Aufarbeiten muss ich deren Arbeit, weil ich ja "nie" krank werde.

    Ich kann gut nachempfinden, was du jetzt fühlst.
    Deinen Schmerz, deine Angst, deine zweite Angst zu versagen.
    Früher ging alles besser.
    Klar, früher war man nicht nur nicht krank, sondern auch noch jünger.

    Ab einem gewissen Alter wird man eher belächelt, nicht mehr ernst genommen.

    Sie wissen nicht, was du durchgemacht hast, wissen nichts von deinen Ängsten, können mit deiner Krankheit nicht zurecht kommen.
    Sie sind emotionslos und blind.

    Ich behaupte, dass Freunde, Kollegen, auch deine Familie
    ( ausser deiner lieben Frau Doro natürlich )
    nicht wirklich verstehen, warum du gerade jetzt viel Zuneigung und Verständnis brauchst.

    Ein Danke von deiner Tochter, dass Papi wieder mal etwas so toll gemacht hast,
    dazu ein Danke deiner Kollegen, dass du wieder einsatzbereit bist und mit deinem Wissen hilfst.

    Kein Danke, dass du wieder arbeitest
    und deine Schmerzen für dich behältst.

    Deine innere Schmerzen stehen hier in diesem Eintrag in jedem Wort.

    Helfen kann ich nicht, vielleicht reicht dir mein Verständnis.

    Wahrscheinlich habe ich wieder falsch gefolgert -
    aber weißt du noch ?
    Jedes Fettnäpfchen ist meins.

    Einen schönen Freitag und ganz liebe Grüße an Doro

    lg Uli

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    1. Hallo Uli,

      das tut mir aber leid das ich dich traurig gemacht habe. So drastisch war es eigentlich gar nicht gemeint, es sollte eigentlich eher so ein bisschen Selbstbetrachtung, Selbstkritik oder einfach philosophische Menschen-Betrachtung sein.

      Ich kann schon deutlich NEIN sagen wenn ich meine das es nötig ist. Allerdings gehört da eben immer die Selbstüberwindung, bzw. die Überwindung der anerzogenen Richtlinien zu. Es ist alles ziemlich schwierig.

      Man sieht z. B. Kollegen, die eigentlich kaum etwas haben, die ihre Krankheiten evtl. frei erfunden haben, aber laut klagend Rücksichtnahme und Schonung fordern. Über die ärgert man sich und findet ihr Verhalten doof! Und wenn man nun genau das selbe tut, selbst wenn es nun einen guten Grund hat, fühlt man sich halt auch doof! Wie gesagt, ziemlich schwierig.

      Ich kann auch einiges an Schmerzen ertragen und trotzdem arbeiten. Wenn man dann aber sieht das Leute mit weitaus weniger Problemen zu Hause bleiben, und man deren Arbeit nun auch noch mitmachen muss, kommt man sich auch wieder doof vor!

      Die Gefühle und Gedanken die du beschrieben hast sind schon in mir. Aber ich habe im Laufe meines langen Lebens eine gewisse Weisheit erlangt, und mich damit abgefunden dass die Menschen eben so sind wie sie sind. Deshalb ärgere ich mich nicht so sehr über ihr Verhalten, sondern bin eher bekümmert darüber das ich so schlecht damit zurecht komme.

      Jedenfalls freut es mich das du, trotz all deiner eigenen Probleme, so viel Mitgefühl für mich aufgebracht hast. Das wiegt viel Unschönes auf, und gibt mir ein gutes Gefühl.

      Vielen Dank dafür, und was die Fettnäpfchen betrifft: Schick sie mir rüber, Fett kann ich beim Backen gut gebrauchen! ;-)

      Und zum Schluß: Bitte nicht mehr traurig sein und das Wochenende genießen! Liebe Grüße von Hans und Ehefrau Dorothee

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    2. Eigentlich habe ich eher Probleme, weil ich manches Anders nicht verstehe.
      Ich lese nicht dazwischen, diesen Scheiß-Gedanken, die immer vorraussetzen, dass man erahnen kann, was man erdenkt, wenn man an Jemanden denkt.
      Dazu die Weitsicht, was andere denken könnten, wenn man versucht diese Gedanken zu denken, die man nicht nachvollziehen kann.

      Ich wollte einfach sagen, dass ich es verstehe, wie du dich fühlst.

      Ich nehme das zurück, weil ich nichts verstehe.

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    3. Hallo Uli,

      ich bin jetzt gerade etwas irritiert und ratlos! Wenn ich dich irgendwie verletzt habe dann entschuldige bitte, es war bestimmt keine Absicht.

      L. G., Hans

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    4. Hi Hans
      Es gibt nichts zu entschuldigen, alles OK.
      Also keine Sorge ^^
      lg Uli

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    5. Da bin ich aber froh! Dann wünsche ich dir und BG ein schönes Wochenende!

      Hans

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    6. Danke Hans

      Liebe Grüße von BG und mir an Doro und dich zurück .
      Einen schönen Sonntag Euch.

      lg Uli

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  3. Hallo Hans,

    ich kann Dich gut verstehen aber wenn man mich fragte nach einer Krankheit wie es mir geht, habe ich einfach die Wahrheit gesagt. Entweder es ging mir gut oder ich sagt, ich versuche zu arbeiten, weiß aber nicht ob ich schon fit genug bin. Mehr braucht es eigentlich und dann können sich alle ihre eigenen Gedanken machen.

    Ich kenne auch solche Typen, die klagen schon Tage vorher und erzählen die ganze Krankheitsgeschichte. Darunter sind auch Simulanten, die gezielt ein paar freie Tage wollen.

    Warum hast Du Dir nicht von Deinem Arzt erst einmal ein Halbtagesprogramm verordnen lassen? Das ist doch alles möglich! Auf jeden Fall solltest Du das nicht so ernst sehen, denn Du hast ja eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gebracht, somit hat der Arzt das zu verantworten.

    Kuriere Dich richtig aus und gehe erst dann wieder arbeiten. Das sollte in unserem Land doch möglich sein!

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Liebe Grüße, Kathy

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    1. Hallo Kathy,

      ich mache es ja im Prinzip genau so wie du, aber eine sachliche Beschreibung des eigenen Zustandes wirkt einfach nicht so gut ohne eine gewisse Dramaturgie. Ein schmerzverzerrtes Gesicht und deutliche Schmerzlaute bei jeder Bewegung kommen da als Signale wesentlich besser rüber. In dieser Hinsicht gibt es wahre Meister, und jeder kennt wohl welche!

      Dieses Halbtagesprogramm, oder bei uns Einarbeitungszeit genannt, hätte ich gehabt wenn ich z. B. im Büro arbeiten würde. Damit hätte ich aber viel früher anfangen müssen. So wurde bestimmt dass ich eben diese besagten 100 Tage nach der OP gar nicht arbeiten darf, und danach gelte ich von der medizinischen Seite her als geheilt und arbeitsfähig.

      Vom Werk aus hätte ich trotzdem noch eine Einarbeitungszeit haben können, dafür hätte ich aber einen großen Teil meines Urlaubs opfern müssen. Das wäre dann so gegangen:

      In der ersten Phase täglich 2 Stunden arbeiten und je Tag 6 Stunden Urlaub opfern, in der nächsten Phase täglich 4 Stunden arbeiten und 4 Stunden Urlaub opfern usw.!

      Da versuche ich doch lieber mich irgendwie durch zu schlagen, und wenn es halt nicht mehr geht.............!

      So wirklich ernst sehe ich das auch gar nicht, immer hin habe ich ja meinen Ausweis mit GdB 60% und das bedeutet ja schließlich auch etwas.

      L. G., Hans

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    2. Hallo Hans,

      oh ja, da es gibt sehr gute Schauspieler, die krümmen sich vor Schmerzen und abends gehen sie dann in die Disco.

      Das verstehe ich, dass Du Deinen Urlaub dafür nicht opfern wolltest und es lieber probiert hast. Ich empfinde das als den größten Unsinn, denn schließlich war das ja keine einfache Operation und normalerweise ist ein körperlich arbeitender Mensch doch mehr Schmerzen ausgesetzt als ein Bürohengst!

      Gut, ich sehe es dann einfach mal so, dass Du Dir etwas von der Seele geschrieben hast und es Dir danach besser ging. Ich mache es zumindest so!

      Nun wünsche ich Dir und Deiner Frau ein angenehmes Wochenende bei frisch gebackenen Leckereien.

      Liebe Grüße, Kathy

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    3. Danke, hab heute drei Bleche Mürbeteig-Plätzchen gebacken, gerade Teig für zwei No-Knead-Brote angesetzt und gleich will ich noch die Brötchen für morgen vorbereiten (Die in der Springform).

      So ein Bäcker-Job ist schon ganz schön stressig! ;-) Aber meine Frau hat heute beim Anrühren geholfen, ist schon mal ein ganz guter Anfang! ;-)

      Von der Seele geschrieben kann schon stimmen. Ich grübele immer über so manches nach, oft auch über das Verhalten meiner Mitmenschen und bestimmte Verhaltensweisen die typisch sind und die man immer wieder findet. So eine Grübelei habe ich hier mal schriftlich nieder gelegt.

      L. G., Hans

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  4. Hallo Hans,

    sag mal, backst Du auch noch für die Nachbarschaft mit oder esst Ihr das alles ganz alleine? ;-)

    Ich habe uns heute nur schnell einen Apfelkuchen gebacken und den Pizzateig für heute Abend vorbereitet. Das reicht mir aber auch schon!

    Ich schreibe mir in meinem Blog sehr viel von der Seele. Danach fühle ich mich wie befreit und sehe dann die schönen Seiten des Lebens. So habe ich heute mal wieder über die EU geschimpft und nun genieße ich den sonnigen Herbsttag. Heute früh hat es noch geregnet aber nun ist es doch noch schön sonnig und auch warm geworden.

    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und genießt die frischen Leckereien aus dem Backofen vom Superbäcker Hans. ;-)

    Liebe Grüße, Kathy

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  5. Hallo Kathy,

    die Nachbarschaft nicht, aber erst mal uns zwei, unsere Tochter, und meine und die Mutter meiner Frau kriegen auch schon mal was. Das ist alles meist schneller als gedacht verschwunden, da es ja auch nicht gerade schlecht schmeckt! Die beiden Brote sollen jetzt (hoffentlich) ein paar Tage reichen. Eins bekommt unsere Tochter mit nach Hause, eins bleibt bei uns.

    Und die Plätzchen sollen halt unsere Plätzchendosen füllen. Ist ja bald Weihnachten! ;-) Komischer Weise ist es damit aber so, als wolle man eine Badewanne füllen bei der man vergessen hat den Abfluss mit dem entsprechenden Stöpsel zu verschließen. ;-)

    Ja, das Gefühl der Befreiung verspreche ich mir evtl. auch davon. Es gibt vieles, besonders im Umgang mit meinen Mitmenschen, das mir immer wieder mal im Kopf herum geht. Da erhoffe ich mir ein bisschen Befreiung und Ordnung im Kopf wenn ich darüber schreibe. Allerdings zögere ich auch immer damit meine Gedanken hier preis zu geben, und dann lasse ich es meistens!

    Euch auch noch ein schönes Restwochenende und liebe Grüße von Hans und Familie

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    1. Diätrezepte, die nichts nützen
      kann man bei mir bekommen ^^

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  6. In der Arbeitswelt ist man so eingespannt, dass wenig Rücksicht genommen wird. Das ist nicht einmal böse gemeint, denn wenn jemand zupackt meint man, er kann das schon. Du hast die Situation gut beschrieben. Die Jammerer kommen wirklich besser durch. Allerdings nimmt man jemand wie Dich mehr ernst, wenn er nicht kann. So kenne ich es aus meinem Arbeitsleben. Ich hatte mit Büromenschen und mit Handwerkern zu tun, das macht keinen Unterschied.
    Wenn ich Deine Zeilen lese, denke ich an meine Tante und an meinen Vater. Er ist wie Du, er kann nicht klagen. Sie dagegen beobachtet jedes Zipperlein und rennt Ärzten die Bude ein. Jetzt muss ich erstmal sagen, dass ich beide sehr mag.
    Sie wohnen in verschiedenen Orten. Paps ist 82, seit 20 Jahren Witwer und hatte vor 3 Jahren einen Schlaganfall, von dem er sich gut erholt hat. Tante ist 72 und voriges Jahr Witwe geworden, hatte danach eine OP wegen Herz-Vorhofflimmern und ungewollt sehr viel Gewicht verloren. Vorige Woche ging es beiden schlecht, Magen verdorben. Tante hat geklagt, was das Zeug hielt. Ich fuhr zu ihr, begleitete sie zum Arzt. Diagnose: leichte Gastritis. Zum Einkaufen wollte sie mitkommen. Sie rannte durch den Supermarkt wie ein junges Reh und türmte den Einkaufswagen voll. Erstaunt dachte ich, wenn es mir übel ist, kann ich nicht mal ans Einkaufen denken und beim Geruch von Lebensmitteln könnte ich brechen. Als wir zurück kamen, war der Aufzug im Haus kaputt. Sie stieg ohne abzusetzen bis in den 4. Stock hinauf. Dann war´s ihr schwindelig, was ja verständlich ist, weil sie 4 Tage kaum etwas gegessen hatte.
    Ich habe nichts gesagt, aber war über mich verärgert. Hätte besser beim Vater geholfen, aber den 10 Jahre Älteren hätte ich beinahe vergessen. Nun sind sie beide wieder munter.

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