Dienstag, 20. August 2013

Festplattenrettung und gerettete Schmetterlinge

Dank Testdisk konnte ich beide Partitionen meiner Festplatte wieder herstellen. Ich kann mich nicht genau erinnern was alles drauf ist, aber bisher habe ich noch nichts vermisst. Allerdings haben sich ins Hauptverzeichnis beider Partitionen lauter Pseudoeinträge eingeschlichen, die sowohl Ordner als auch Dateien simulieren. Wenn man sie anklickt erhält man allerdings nur Fehlermeldungen. 

Aber solange sonst alles da ist soll mich das nicht weiter stören. Ich habe das wichtigste auf eine andere Festplatte ko- piert und werde die gerettete nun in den Schrank legen. Falls ich noch etwas vermissen sollte kann ich sie dann ja wieder hervorholen und durchsuchen.

Für die Interessierten: Bei Testdisk habe ich mich annähernd an diese Anleitung gehalten:


Per Quicksearch wurden meine Partitionen nicht gefunden, ich musste erst Deepsearch anwenden. Danach konnte ich mit Write meine Partitionsdaten schreiben. Vor dem Schreiben muss man den Typ der gefundenen Partition angeben, in der Beschreibung wird angegeben dass man L (Logisch) nehmen soll, ich konnte allerdings nur P (Primär) oder * (Primär bootable) wählen, und so habe ich P gewählt.

Das Programm ist nicht ganz so bedienerfreundlich wie man es gewohnt ist. Zum Beispiel hätte ich mir gewünscht das man gleich Deepsearch wählen kann und nicht erst (stundenlang) Quicksearch ausführen muss, bis man endlich Deep- search wählen kann. Es muss auch alles per Hand ausgewählt werden. Das ist aber oft so bei Rettungs- und ähnliche Programmen, da sie oft auf Boot-CDs eingesetzt werden die wegen der Hardwarenähe noch im Dos-Modus arbeiten.

Soviel dazu. Nun hätte ich noch etwas zu den Gedanken, die mir während der Rettung so durch den Kopf gingen, zu schreiben. Zeit genug hatte ich, da die Rettung hauptsächlich aus langen Wartezeiten mit zwischen durch etwas Action bestanden.

Die Festplatte hat eine Kapazität von einem Terrabyte. Ganz toll, jede Menge Raum für jede Menge Daten.

Aber:
  • Wo jede Menge Daten sind, können auch jede Menge Daten verloren gehen!
  • Alles dauert lange, der Durchlauf eines Rettungsprogramms (kann Tage dauen!), das Formatieren, das Sichern der gut gefüllten Festplatte, usw.!
So gesehen wäre es wohl besser wenn man statt einer riesengroßen externen Festplatte mehrere kleine hätte. Es ist zwar teurer, aber bestimmt wesentlich Nervenschonender, und im Falle eines Defekts auch Zeitsparender.

Wozu braucht man überhaupt so große Festplatten? Kriegt man da jetzt so viel mehr drauf? 

Eigentlich noch nicht mal, denn alles was da drauf kommt wird ja auch immer größer. Schuld daran ist fast immer die Grafik. Ein Programm das früher auf eine Diskette passte, brauchte später eine CD und kommt heute meist auf einer DVD daher. Dabei hat sich an den Funktionen, bzw. bei Spielen dem Spielprinzip, nicht so sehr viel verändert oder sogar verbessert. Es ist halt alles nur grafisch aufwendiger geworden. Die Monitore verlangen immer mehr Pixel zur Dar- stellung der Grafiken, wo früher die Spielfigur ein bunter Farbklecks war ist sie heute kaum von einem echten Menschen zu unterscheiden.

Und die Fotos!!!!! Die Kameras bekommen immer mehr Megapixel aufgedrückt. Jeder Experte weiß, das 6, höchstens 7 Megapixel für alles ausreichen was ein normaler Mensch braucht. Wer keine Ausdrucke im Din A4 Format braucht kommt sogar mit 4 Megapixeln klar.

Der Einzige Grund für mehr Megapixel wäre es, das man Ausschnitte (Crops) von einem Bild verwendet. Aber: Je mehr Pixel man auf den kleinen Sensor packt, desto schlechter wird die Qualität. Und so wird man in den meisten Fällen von diesen Ausschnitten enttäuscht sein.

Wem es also darauf ankommt seine Bilder im Internet zu zeigen, und evtl. Ausdrucke in Formaten bis zu 13x18 zu er- stellen kommt eigentlich mit vier Megapixeln aus. Wenn er nun stattdessen eine der modernen
Kameras mit  bis zu 21 Megapixeln besitzt hat er folgende "Vorteile":
  1. Er braucht beim Fotografieren mehr Speicherplatz, also eine größere Speicherkarte.
  2. Das Speichern dauert länger, also mehr Wartezeit bis das nächste Bild gemacht werden kann.
  3. Das Übertragen auf die PC-Festplatte dauert länger
  4. Mehr Speicherplatz auf der PC-Festplatte wird benötigt
  5. Jeder Arbeitsschritt, von der Bildbearbeitung bis zum Drucken dauert lange, da die Bilddatei dazu (meist extrem!) verkleinert werden muss.
  6. Usw., Usw.!
Mein Laptop-Bildschirm hat eine Auflösung von 1600 x 900 Pixel. Das sind 1,44 Megapixel. Um mir das ganze 21 Mega- pixelbild zu zeigen muss es erst auf 1,44 Megapixel verkleinert werden. Wenn ich meine Bildbearbeitung aufrufe ist der Arbeitsbereich natürlich noch kleiner. Lasse ich die Datei beim Bearbeiten so groß dauert jeder Arbeitsschritt unendlich lange. Völlig sinnlos, denn:

Ins Internet stelle ich meine Bilder meist in der Größe von 1024 x 768, das sind ca. 0,8 Megapixel.

Laut Kodak braucht man für einen Fotoausdruck:
  • Für  9 x 13:    0,6 Megapixel
  • Für 10 x 15:   0,8 Megapixel
  • Für 13 x 18:   1,1 Megapixel
  • Usw., siehe Link (Tabelle weiter unten)!
Wozu also soviel Megapixel in der Kamera? Lieber Gott schenke den Kameraherstellern Hirn und lass sie Kameras mit der heutigen Technik aber nur bis zu 6 Megapixeln auf dem Sensor bauen!

Soviel zum Megapixelwahn. Und soviel auch zu den Gründen warum wir größere Festplatten brauchen!

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Schmetterlings-Bilder zeigen, die ich schon auf die bewusste Festplatte über- tragen hatte und deshalb verloren glaubte. Diesen hier habe ich zwar schon öfter gezeigt, aber hier hat er sich mal dekorativ auf einem Farnwedel niedergelassen: .


Den nächsten finde ich so schön, das ich gleich vier Bilder davon zeigen möchte (und weil ich sonst nichts mehr habe! ;-) ):





Das soll es jetzt aber erst mal gewesen sein. Falls sich jemand noch etwas mehr über den Megapixelwahn informieren möchte, hier ein paar Links:

Das Ende des Megapixel-Mythos

Beste Bildqualität mit 6 Megapixeln

Mieses Megapixelmärchen

Kommentare:

  1. Hallo Hans
    BG und ich sind da nicht einer Meinung.
    Dein unteres Bild hat jetzt 640px × 480px.
    Die Tiefe kommt nicht gut zur Geltung, oder ist es bearbeitet ?

    Ich finde, dass es eher gemalt, statt photographiert aussieht.

    TestDisk mag ein gutes Programm sein, habe es noch nie benutzt.
    Bisher brauchte ich nämlich noch keine Datenrettung.

    lg Uli




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    1. Hallo Uli,

      ich hatte an diesem Tag meine Bridgekamera (Fuji S8100fd) mit. Also schon mal einen kleinen Sensor. Dazu habe ich mich, um den Schmetterling nicht zu verscheuchen, stark heran gezoomt, daher die geringe Schärfentiefe. Dazu ist es trotzdem noch ein Ausschnitt aus dem ganzen Bild, damit der Schmetterling besser zur Geltung kommt. Dabei kommt dann wahrscheinlich noch das, was ich oben im Text zu Ausschnitten beschrieben habe zur Geltung:

      Die Kamera hat 10 Megapixel, und je mehr Pixel auf dem kleinen Sensor, desto schlechter die Qualität. Daher wahrscheinlich dieses "Wie gemalt aussehen". Das ist der typische Effekt bei immer mehr Pixeln auf einen kleinen Kompaktkamera-Sensor.

      L. G., Hans

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    2. Guten Abend Hans
      Von den Cams habe ich nicht viel Ahnung, verlass mich da auf BG.
      Ich habe mir die Rollei 5s diving bestellt, hoffe damit schöne Tiervideos zu machen.

      Mal schauen, wie ich mich damit anstelle^^
      Euch alles Liebe zu Abend.
      lg Uli

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    3. Hallo Uli,

      na dann hoffen wir mal das BG die fehlende Ahnung hat! ;-)

      Eine diving-cam? Tierfilme? Da vermute ich mal dass du unter Wasser Fische, Amphibien usw. filmen willst!?

      Das macht sicher viel Spaß, und ich bin schon sehr gespannt auf die Videos, falls du die hier zeigen magst.

      lg Hans

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    4. Hallo Hans
      Ja, ich denke ich bin zu alt zum Paragleiten ^^
      lg Uli

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    5. Hallo Uli.

      Zu alt zum Paragliden? Gibt es da etwa eine Altersgrenze? Hoffentlich nicht, denn ich habe mir vorgenommen als Rentner alles nachzuholen wofür ich jetzt keine Zeit habe.

      Paragliden, Freeclimbing, Bungeejumping usw.! ;-)

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    6. Moin Hans
      Gerade Bungee scheint im Alter interessant zu werden ^^
      lg Uli

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  2. Hallo Hans,

    ich gratuliere Dir zu Deiner Datenrettung! Dazu noch eine Anleitung, wie es gemacht wird, super! Ich brauche die allerdings nicht, da ich meinen Fachmann im Haus habe.

    Mit den Pixel hast Du recht! Man braucht wirklich nicht soviel. Trotz allem habe ich aber auch eine hohe Auflösung gewählt. Die schlechten Bilder lösche ich gleich und bewahre nur die guten Bilder auf.

    Deine Bilder sind wieder meisterlich! Den Schmetterling hast Du uns aber schon mal gezeigt, oder?

    Einen schönen Abend wünsche ich Dir und Deiner Familie.

    Liebe Grüße, Kathy

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    1. Hallo Kathy,

      ja den oberen Schmetterling habe ich (wie im Text geschrieben ;-) ) schon öfter gezeigt. Eigentlich vermeide ich das, aber wenn sich mal eine neue Situation ergibt, wie hier auf dem Farnwedel, zeige ich es halt doch. Wenn du gagegen den unteren meinst, wüte ich es jetzt nicht, müsste ich mal nachschauen.

      Die schlechten Bilder gleich zu löschen ist eine gute Idee, die ich seit einiger Zeit auch befolge. Davor habe ich allerdings alles was ich fotografiert habe, und das ist wahrlich nicht wenig, erst mal auf die Festplatte kopiert und alles andere, auf später verschoben.

      Das war auch erst gar nicht schlimm, aber als ich dann meine DSLR hatte musste ich fest stellen das auch auf einer Terrabyte-Festplatte schon mal Platzmangel herrschen kann.

      L. G., Hans

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    2. Hallo Hans,

      ich kenne das! Am Anfang habe ich auch die schlechten Bilder abgespeichert und wie Du schon fest gestellt hast, verbraucht man da viel Speicherplatz. Ich hoffe nur, die externe Festplatte geht nicht einmal kaputt. Hast Du schon mal daran gedacht?

      Man kann doch nicht alles x mal absichern!

      Liebe Grüße, Kathy

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    3. Hallo Kathy,

      ich denke da sehr oft dran. Jetzt habe ich meine Bilder und andere wichtige Daten außer auf der wieder hergestellten Festplatte auch auf einer anderen.

      Das ganze auf CDs oder DVDs zu brennen ist ja auch keine Alternative. Die halten auch nicht ewig, und ich habe schon oft Probleme gehabt wenn ich mal wieder auf alte CDs schauen wollte. Gesichert, jahrelang in den Schrank gestellt, wieder hervorgeholt, nicht mehr lesbar!

      Man sagt ja: Nichts ist für ewig! Scheint leider zu stimmen.

      L. G., Hans

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